Mittwoch, 11. März 2026

Rückblick

 

Rückblick – Wie alles begann

Eine Geschichte über Bienen, Ausreden und das Schicksal in Gestalt einer Kita-Mama.


Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Es war eher so eine Art langjährige schwärende Begeisterung, die ich konsequent ignoriert habe – bis das Universum die Angelegenheit selbst in die Hand nahm. Aber der Reihe nach.

Alles begann in der 5. oder 6. Klasse, bei einer dieser Projektwochen, die man normalerweise sofort vergisst – ihr wisst schon, zwischen „Wir basteln einen Igel aus Kastanien" und „Wir machen eine Zeitung, die niemand liest". Nur dass diese Projektwoche anders war. Wir besuchten einen echten Imker. Schutzanzüge an, raus aufs Feld, rein in die Welt der Bienen. Und dann: das Landesbienenmuseum in Celle. Ein ganzes Museum. Nur für Bienen. Ich war fasziniert. Zwölfjährig. Komplett verloren.

Von da an stand für mich fest: Ich wollte Imker werden. Festes Vorhaben. Großer Traum. Einziges Problem: Ich wohnte noch bei meinen Eltern, und diese wollte ich gar nicht erst um Erlaubnis fragen. 


Es folgten Jahre des konsequenten Wartens. Erst die Schulzeit, dann das Studium, Jahre des WG-Lebens mit anderen Menschen und ohne Garten. Es war für Bienenstöcke schlicht kein Platz – weder physisch noch emotional. Ich hätte es versuchen können. Wo ein Wille ist, ist schließlich auch ein Weg, doch ich tat es nicht.

Und dann, nach dem Studium, das nächste große Hindernis: Wie kommt man eigentlich an Bienen? Zu einem Imker gehen? Den wählt man doch nicht einfach so aus dem Telefonbuch. In einen Imkerverein eintreten? Herrje. Ich stellte mir Männer mit Vollbart und 40-jähriger Vereinszugehörigkeit vor, die mich mit verschränkten Armen anschauen und fragen: „Und – haben Sie schon mal eine Königin gesehen?" Nein, hatte ich nicht. Die Hemmschwelle war monumental.

Also tat ich das, was man in solchen Situationen tut: gar nichts. Ich wartete weiter.


Dann kam der März 2023 – und mit ihm das Schicksal, verkleidet als Kita-Mama.

Bei einem völlig harmlosen Playdates meines Sohnes stellte sich heraus: Die Mama seiner Kindergartenfreundin ist Imkerin. Richtige Imkerin. Mit echten Bienen. Und sie brauchte neue – musste sich frische Völker kaufen. So ganz nebenbei, bei der Terminfindung für die nächste Verabredung unserer Kinder, erwähnte sie, dass sie da eventuell Bienen kaufen müsse und noch nicht sicher zusagen könnte.

Das war die Gelegenheit. „Kann ich mit?“, fragte ich. Sichtlich überrascht, schaute sie mich verdutzt an. Ich erzählte ihr, dass mich Bienen schon lange in ihren Bann gezogen hatten und ich auf der Suche nach jemandem bin, der mir das Imkern beibringen kann, zu dem ich meine Völker am Anfang stellen könnte und man sich dann später die Arbeit teilen könnte. Urlaubsvertretung, gemeinsames Schleudern und Wandern mit den Bienen et cetera pp.

Und so schloss ich mich einfach an.

Am darauf folgenden Wochenende absolvierte ich im Schnelldurchlauf einen Onlinekurs, der in meinem Landesverband anerkannt wird und meldete mich auch voller Eifer im Imkerverein an.

Seitdem imkere ich. Es ist abwechslungsreich, es ist lehrreich, es ist manchmal ein bisschen schmerzhaft – im wörtlichen Sinne. Aber es ist meins. Und es begann, wie die besten Dinge beginnen: nicht mit einem Plan, sondern mit dem richtigen Menschen zur richtigen Zeit und einem Kita-PlayDate als Bühne.


#Imkerei · #Anfänge · #Bienen ·  · #Rückblick

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