Frühjahrsputz im Bienenstock 🐝✨
Durchsicht, dunkle Waben und die kleine Kunst, den Bienen sanft auf die Sprünge zu helfen.
Es gibt Momente in der Imkerei, auf die man sich den ganzen Winter freut. Die erste Frühjahrsdurchsicht ist so ein Moment. Der Deckel geht hoch, ein vertrautes Summen steigt einem entgegen – und wenn dann alles gut aussieht, ist das einfach ein schönes Gefühl. Gestern war es so weit.
Gute Nachrichten aus dem Bienenstock
Kurz und bündig: Den Bienen geht es gut. Alle Völker haben den Winter ordentlich überstanden und sich prächtig entwickelt. Wer schon mal mit einem eingegangenen Volk im Frühjahr vor einem stillen Kasten stand, weiß, was für eine Erleichterung das ist. Ich nicht mehr – aber ich habe genug darüber gelesen, um die guten Nachrichten heute ausdrücklich zu feiern. 🎉
Wabenhygiene: Ausmisten ist Pflicht
Neben dem Blick auf Brut, Königin und Volksstärke stand heute ein weiteres Thema auf dem Programm: Wabenhygiene. Klingt nach lästiger Haushaltsarbeit, ist aber eine der wichtigsten Maßnahmen für gesunde Völker.
Im Laufe der Jahre werden Waben dunkler – durch Pollen-, Chitinreste der geschlüpften Bienen und natürliche Ablagerungen. Was ein bisschen unappetitlich klingt, ist tatsächlich auch ein Problem: Dunkle, alte Waben können Krankheitserreger beherbergen und die Luftzirkulation im Volk beeinträchtigen. Deshalb werden sie regelmäßig aussortiert und durch frisches Mittelwand-Wachs ersetzt, auf dem die Bienen neue, saubere Waben bauen können.
Heute habe ich in meinen Völkern zahlreiche solcher dunklen Waben herausgenommen. Das Volk dankt es einem – auch wenn die Bienen in dem Moment eher irritiert wirken und sich fragen, wer hier eigentlich das Sagen hat.
Bannwaben: Der clevere Kompromiss
Jetzt wird es kurz ein bisschen fachlich – aber keine Sorge, ich fasse mich kurz.
Das Problem beim Aussortieren alter Waben: Oft befinden sich auf diesen Waben noch Brut – also Eier, Larven oder verdeckelte Puppen, aus denen bald neue Bienen schlüpfen. Die einfach wegzuwerfen wäre Verschwendung und für das Volk ein unnötiger Verlust.
Hier kommen Bannwaben ins Spiel. Eine Bannwabe ist eine spezielle Wabe mit einem sehr engen Zellenabstand oder einer Gitterstruktur, durch die die Königin nicht passt – sie kann also nicht hineingelangen, um neue Eier hineinzulegen. Das Prinzip: Ich hänge die noch bebrüteten alten Waben hinter eine Bannwabe im Volk. Die bereits vorhandene Brut kann in Ruhe schlüpfen und die jungen Bienen kommen dem Volk zugute. Gleichzeitig wird verhindert, dass die Königin die Wabe erneut bestiftet – also neue Eier hineinlegt – und das alte Wabenmaterial so für immer im Umlauf bleibt.
Sobald die letzte Brut geschlüpft ist, wird die alte Wabe endgültig entnommen. Sauber, effizient und fair gegenüber den Bienen. Ich mag solche Lösungen, bei denen am Ende alle einigermaßen zufrieden sind – auch wenn ich zugeben muss, dass ich die Bannwabe beim ersten Mal noch etwas ratlos angestarrt habe.
Fazit: Ein guter Tag am Stand
Die Völker sind fit, die alten Waben sind raus, und das Frühjahr kann kommen. Wenn das kein Grund für ein zufriedenes Lächeln ist. 🌸🐝
Wer Fragen zur Wabenhygiene oder zur Funktionsweise von Bannwaben hat – immer her damit. Ich bin kein Experte, aber ich teile gerne, was ich bisher gelernt habe. Meistens sogar ohne dabei gestochen zu werden.
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